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Stolen Girls - die geraubten Mädchen

Eine bewegende Ausstellung in der Dreifaltigkeitskirche Speyer gibt entführten Mädchen und Frauen ein Gesicht. Die Schwarz-Weiß-Porträts nigerianischer Frauen und Mädchen sind vom 20. November bis 05. Dezember 2019 zu sehen.

Der Fotograf Andy Spyra hat einige von ihnen in sehr sensibler Weise fotografiert. Verknüpft werden diese Bilder mit Texten des Zeit-Reporters Wolfgang Bauer, der mit den Frauen und Mädchen sprach. Die porträtierten Mädchen und Frauen haben unfassbares Leid erlebt – in den Gesichtern sind beispiellose Schicksale zu erkennen.
Es soll genau dort der Finger in die Wunde gelegt werden, wo die Welt wegschaut. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist auch in Deutschland und Speyer traurige Realität. Im Rahmen dieser Ausstellung wird es zu diesem Thema mehrere Veranstaltungen geben. Unter anderem erwarten wir Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Oberkirchenrätin Marianne Wagner, Ministerin Anne Spiegel und die Traumaexpertin Dr. med. Brigitte Bosse.
Im verarmten Norden Kameruns sind die Zustände besonders schlimm. Westliche Bildung ist für Frauen verboten, die Angst vor Terror ist allgegenwärtig:
In einer Aprilnacht 2014 verschleppte die islamistische terroristische Gruppierung Boko Haram rund 280 Schülerinnen aus deren Wohnheim im Norden Nigerias. Insgesamt konnten 44 der entführten Mädchen flüchten, die anderen wurden nach Kamerun und ins benachbarte Ausland für umgerechnet rund neun Euro verkauft, als Selbstmord-Attentäterinnen ausgebildet oder zwangsverheiratet.
Die Ausstellung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) und der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Speyer.