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Allergene-App

Gehört eine App in den Kindergarten? In der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth ist sie seit einem Monat Alltag. Sascha Roth, Vater der fünfjährigen Luisa, hat damit das tägliche Frühstücksangebot der Kita gerettet. Die Sache könnte zum Modellprojekt werden.

Foto: privat

„Ein EU-Gesetz hätte fast das Aus für unser gemeinsames Frühstück bedeutet.“ Kita-Leiterin Sabrina Wöhlert berichtet von dem Gesetz aus dem Jahr 2014, das öffentliche Einrichtungen, also auch Kindergärten und Schulen verpflichtet, sämtliche allergenen Inhaltsstoffe und Zusatzstoffe ihres Speiseangebots zu dokumentieren. „Der Caterer liefert die Dokumentation des Mittagessens bereits mit.“ Blieb das Frühstücksproblem. Verantwortlich für die ordnungsgemäße Aufzeichnung der Allergene sei die Kita-Leitung.

Eltern brächten die Zutaten in den Kindergarten, weist Wöhlert auf das gemeinsam mit Müttern und Vätern entwickelte Frühstückskonzept hin. „Das alles zu dokumentieren, hätten wir personell nicht leisten können.“ Drohende Konsequenz laut Wöhlert: „Das Miteinander am gesunden und reichhaltigen Buffet am Morgen ist vorbei. Jedes Kind bringt wieder sein eigenes Frühstück mit.“ Davor habe Luisas Vater die Kita bewahrt, schwärmt die Leiterin von der auf Handys abrufbaren App „IDAIF“ – Intelligentes Dokumentieren allergener Inhaltsstoffe (und Zusatzstoffe). Wöhlert: „Damit wird die Dokumentation für uns alle im wahrsten Sinne des Wortes zum Kinderspiel.“ Denn sowohl die Mitarbeiter, als auch die Kinder hätten Spaß beim täglichen Einsatz des Mobiltelefons am Kühlschrank. „Cool“ fänden die Drei- bis Sechsjährigen die Feststellung der 14 Hauptallergene in ihren Frühstückszutaten per Handy-Klick.

„Jeder eingelesene Barcode wird per Hand durchgestrichen“, erklärt Wöhlert den Edding, der seinen festen Platz im Kühlschrank der Kita hat. Die App erkenne, ob ein Produkt schon oder noch nicht gespeichert sei. Einmal im Monat drucke sie sämtliche Dokumentationen der Kita aus und hefte sie in einen für alle Eltern einsehbaren Ordner. „Auch vor den Lebensmittelkontrolleuren hat unsere neue Dokumentation vor zwei Wochen Stand gehalten.“

Roth, Mitglied im Elternaussschuss der Einrichtung, studiert im sechsten Semester Angewandte Informatik an der Fachhochschule Worms. Die App hat er zu seiner Bachelor-Arbeit gemacht. „Die Erzieher haben Wichtigeres zu tun, als sich mit Allergenen zu beschäftigen“, betont der 25-Jährige. Die App habe er entwickelt, um ihnen genügend Zeit für ihre Kernaufgaben zu lassen. Unkompliziert sollte sie sein: „Dazu war es wichtig, mit wenigen und einfachen Schritten zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.“ Sein System bestehe aus einer simplen App und einem – ebenfalls von ihm geschriebenen – Computerprogramm. „Beides ist auf allen Geräten anwendbar.“

Bisher nutze nur die Kita St. Elisabeth die praktische Dokumentationshilfe. „Je größer die Datenbank wird, desto einfacher wird es“, verspricht der Experte. Für die Kita seiner Tochter habe er das Pilotprojekt in zwei Monaten kostenlos entwickelt.