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Vom kleinsten zum größten Friedhof

Auf der sechsten Nächtlichen Kirchentour am 22. August ging es vom Friedhof Rinkenbergerhof über den Speyerer Hauptfriedhof zur Kirche St. Bernhard.

Die Tour startete auf dem Rinkenbergerhof ganz im Norden Speyers, wo an der Laurentiuskapelle Pfarrer Hubert Lerch begraben liegt. Dietrich Liebhaber von der „Stiftung St. Laurentiuskapelle Speyer“ erläuterte die Geschichte vom Rinkenbergerhof und insbesondere die Geschichte der Kapelle, die heute von der Stiftung unterhalten wird, die Pfarrer Lerch ins Leben rief. Der Bau der Kapelle geht zurück auf ein Gelübde, das der Großvater von Pfarrer Lerch abgelegt hat. Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise verhinderten den Bau, dann die Hitlerdiktatur und der Zweite Weltkrieg. Erst 1979 konnte dann Pfarrer Lerch das Gelübde erfüllen und die Kapelle bauen.

Pfarrer Lerch blieb dem Rinkenbergerhof und der Laurentiuskapelle sein ganzes Leben lang verbunden. Er feierte neben seinen dienstlichen und privaten Verpflichtungen jeden Montagabend einen Gottesdienst in der Kapelle. Aufgrund der engen Verbundenheit zur Kapelle setzte Pfarrer Lerch bei der Stadt durch, dass er bei der Kapelle bestattet werden durfte. Die Tradition der „Montagsmesse“ sollte nach seinem Wunsch auch nach seinem Tod weitergeführt werden, was aber aufgrund der personellen Situation in der Seelsorge nur lückenhaft geschehen kann. Der Stiftungsvorstand ist auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um dem Wunsch von Pfarrer Lerch zu entsprechen.

Die gesamte Tour wurde von einem Bläserensemble begleitet, das an allen Stationen spielte, so auch beim Auftakt zur nächsten Station in der Trauerhalle des Hauptfriedhofs. Nach einer Einführung durch die Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann führte Alt-Oberbürgermeister Werner Schineller über den Friedhof. Da der Hauptfriedhof seit 1881 besteht, ging es durch fast 150 Jahre Stadtgeschichte. Werner Schineller eröffnete die Führung mit Gräbern von Personen, die er selbst gekannt hat, unter anderem Künstler, Politikerinnen und Lehrer. Dann ging es zu älteren Gräbern von Persönlichkeiten aus dem 19. Jahrhundert. Zu jeder Person kannte er interessante Geschichten und auch lustige Begebenheiten. Über fast zwei Stunden folgten etwa 60 Besucher aufmerksam seinen Ausführungen.

Zum Abschluss ging es nach St. Bernhard, wo es ein kurzes Konzert des Bläserensembles mit Orgelbegleitung gab und der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklang.