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Sondernewsletter zum Tod von Papst Franziskus

Bild: Annett Klingner from Pixabay

In Erinnerung

Meine Erfahrungen mit Papst Franziskus führen mich zurück in das Jahr 1975. Damals vor 50 Jahren begann ich mein Theologiestudium in Frankfurt bei den Jesuiten in St. Georgen. Ein Höhepunkt dieser Zeit war der Besuch des Jesuitengenerals Pedro Arrupe. Er berichtete uns mit funkelnden Augen von der neuen Ausrichtung des Ordens für ihre Mission in der Welt von heute. Die Stichworte waren Glaube und Gerechtigkeit. In der Nachfolge Jesu seien tiefes Vertrauen in Gottes Nähe und mutiges Eintreten für Gerechtigkeit die Stützpfeiler einer glaubwürdigen Kirche. 50 Jahre später tragen wir unseren lieben Papst Franziskus in Rom zu Grabe. Als Jesuit wurde er Erzbischof in Argentinien und schließlich Papst. Mit großer Ehrlichkeit und in Bescheidenheit verkörperte er die Ausrichtung des Jesuitenordens, Gott großherzig zu dienen in der Zuwendung zu den Ärmsten. Er war ein zuhörender Mensch, ein Menschenfreund. Reich Gottes bedeutete für ihn die Anerkennung einer geschwisterlichen Menschheit über alle Grenzen hinweg. Er lenkte unseren Blick zudem auf das Seufzen der ganzen Schöpfung: wir müssen die Schreie der Armen und die Klage der Erde hören. In meinem Arbeitszimmer habe ich ein Bild von Franziskus aufgehängt, es zeigt ihn lächelnd und mit einem Daumen hoch zur Ermutigung. Am Ostersonntag hat er uns bewusst gesegnet und hat sich entschieden den Menschen gezeigt. Als ein Pilger der Hoffnung hat er sich voll Vertrauen und in Einheit mit den Leidenden liebevoll verabschiedet. Ich bin dankbar für dieses Zeugnis.

Ihr Dompfarrer Matthias Bender

Sondernewsletter NL9-25