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20 Jahre Waldkindergarten St. Joseph

Große Jubiläumsfeier am 10. Juni

Am Samstag, 10. Juni feiert der erste Waldkindergarten in Rheinland-Pfalz Geburtstag. 20 Jahre wird er alt! Vor 20 Jahren war der Leitgedanke der beiden Gründerinnen  Andrea Leibig  und Michaela Neumann

 

„Gib den Kindern die Natur, dann benutzen sie ihre Phantasie!“.

 

Überzeugt von dieser Aussage, haben sich die beiden Initiatorinnen auf den Weg gemacht und gekämpft, damit der erste Waldkindergarten in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen werden konnte.

Schnell haben sie mit unterschiedlichen Hilfen ihr Ziel erreicht und haben einen Träger bei der damals Katholischen Kirchenstiftung St. Joseph gefunden.

 Zum Jubiläum bekommen alle Gäste einen wunderbaren Einblick oder auch Rückblick in die 20 Jahre Arbeit im Speyerer Stadtwald.

 

 

20 Jahre erster Waldkindergarten heißt auch 20 Jahre Naturpädagogik, egal bei welchem Wetter, zu welcher Jahreszeit und bei jeder Temperatur. Damals war dieser Kindergartentyp für das Land Rheinland-Pfalz noch absolutes Neuland. Auch die beiden Initiatorinnen kannten lediglich von einigen Hospitationen und aus der Fachliteratur wie ein Waldkindergarten das ganze Jahr zu betreiben ist.

Nach 20 Jahren Praxis können die Erzieherinnen nun sagen: Dieser Weg war der richtige. All die Theorie, z.B. wie gut die Natur sich auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt können die Fachfrauen bestätigen. Die beste Bestätigung, dass das Konzept Waldkindergarten seine Berechtigung hat, zeigt die vielfältige Natur- und Waldkindergartenlandschaft, die seit 1997 in Rheinland-Pfalz entstanden ist.

Im Waldkindergarten St. Joseph gehen seit sieben Jahren 40 Kinder und zwei Erzieherinnen, zwei Erzieher sowie eine Praktikantin jeden Tag in den Speyerer Stadtwald.

Es wird gelacht, gesungen, gebastelt, geforscht, geklettert, gelesen, Fußball gespielt und geplant experimentiert, Englisch gesprochen, gesungen und gespielt. Kurzum, es werden die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt gerückt. Wir möchten die Lebenswelten der Kinder kennen lernen und sie meistens drei Jahre lang begleiten dürfen. Wir möchten sehen, was sie alles schon können!

Dies zeigen uns die Kinder täglich und in jeder Jahreszeit in einer anderen Form.

 

Im Frühling locken die Wassertiere an den Froschweiher zu einer Wasserexkursion. Kaulquappen, Libellenlarven, Wasserwürmer, Flohkrebse, Wasserläufer und noch einige andere Tiere sind zu bestaunen. „Wie kann ein Wasserläufer auf dem Wasser laufen ohne unter zu gehen?“, ist eine häufige Frage. Dies ist für die Wichtel Anlass diesem Umstand nachzugehen. Es wird mit Wasser und einem nachgestelltem Wasserläufer in einer Wanne  und etwas Spülmittel so lange ausprobiert, bis das Ergebnis klar ist.

Aber nicht nur das Gewimmel am Wasser ist im Frühling interessant, sondern auch die Frühlingsblüher, die Vögel und die ersten Tiere, die aus ihrem Winterschlaf erwachen. Die Vögel haben einen besonderen Stellenwert bei den Kindern, denn in ihrem Waldgebiet haben sie vom Forstamt 30 Nistkästen zur Pflege anvertraut bekommen. Jedes Jahr im Januar ziehen die Waldkinder mit einer Leiter und Werkzeug durch den Wald um die Nistkästen zu säubern und zu reparieren. Damit haben die kleinen Ornithologen jede Menge zu tun. Die Belohnung kommt dann im Frühling, wenn  lange und ausgiebig dem Kleiber oder den Trauerschnäpper beim Nestbau, brüten und Jungen großziehen zugeschaut werden kann.

Im Sommer kommen die Schmetterlinge mit ihrer Vielfalt und Schönheit in den Wald. Jedes Kind ist begeistert, wenn es einen Schmetterling vor seiner Nase sieht. Aber auch die Ameisenlöwen, welche nun einfach zu fangen sind, sind für viele Kinder eine Herausforderung. Der Sommer gibt auch oft die Gelegenheit mit Wasser in verschiedenen Formen zu experimentieren.  Der Froschweiher ist im Sommer interessant um den Eisvogel zu sehen oder die Libellen beim Schlüpfen beobachten zu können. Mit viel Glück entdecken die Kleinen schon auch mal einen Flusskrebs.

Im Herbst kommt der Wald mit seinen vielen Farben und seinen Früchten ganz besonders zur Geltung. Brombeermarmelade kochen gehört schon zum festen Bestandteil des Waldkindergartens, sowie aus Holunderbeeren Farbe kochen um Holzschmuck damit zu färben. Die Spinnen mit ihren unterschiedlichen Netzformen fordern die Waldkinder immer wieder von neuem heraus. Die Pilze, die wunderschöne Pilzsporenabdrücke hinterlassen . Aber auch die Bäume mit ihren bunten Blättern schenken Möglichkeiten Kunstwerke zu legen oder zu kleben.

Im Winter wird der Wald wieder ruhig und leer. Die Wichtel freuen sich jetzt auf Schnee und Eis. Aber auch das Säubern der Nistkästen gehört zur Wintertätigkeit. Spiele mit  viel Bewegung sind dann ein fester Bestandteil im Alltag.

All diese Beschäftigungen und noch viele mehr machen die Arbeit im Wald bunt, abwechslungsreich und sehr wertvoll. Die Kinder ziehen mit Freude und Interesse in die Natur. Die Erfahrungen, welche sie in ihren Kindergartenjahren sammeln können sind für jedes einzelne Kind sehr nachhaltig.

 

Das Jubiläumsfest beginnt um 14 Uhr am Trimm-Dich-Pfad (Tipiplatz)  im Speyerer Stadtwald mit einem Gottesdienst mit Pfarrer i.R. Hubert Ehrmantraut zusammen mit Diakon Paul Nowicki. Danach ist bei Kaffee, Kuchen und Getränke genügend Zeit durch die Arbeitsfelder des Waldkindergartens  zu wandeln oder in einen gemütlichen Austausch mit ehemaligen und aktuellen Waldkindern und Waldeltern oder Kollegen zu treten. Der Weg dorthin ist ab dem Parkplatz am Kletterwald ausgeschildert.