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„Wie können wir den Weg kennen?“

In einer anderthalbtägigen Klausur setzen sich die Gremien unserer Pfarrei mit dem Entwurf des künftigen Strukturkonzepts der Diözese Speyer auseinander.

In Gruppen werden Anliegen zu verschiedenen Themen gesammelt.

Freitagabend, 14. November: Im Friedrich-Spee-Haus ist was los. 25 Mitglieder aus Pfarreirat, Verwaltungsrat und den Gemeindeausschüssen treffen sich, um sich einzustimmen auf die Diskussion des Anfang November veröffentlichten Entwurfs von Bausteinen eines neuen Strukturkonzepts unserer Diözese.

Nach einer Aufwärmrunde steht Bibelteilen im Mittelpunkt. In vier Gruppen beschäftigen wir uns mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Wo sehen wir uns, in welcher Rolle sind wir aktiv, was kann uns das Gleichnis für die Zukunft unserer Pfarrei mit auf den Weg geben? Das sind Fragen, die uns in diesen Runden beschäftigen und jede und jeder findet eine Antwort für sich selbst. Danach geht es in einer gemütlichen Runde in den Austausch über aktuelle Themen der Pfarrei, der Stadt oder auch persönliche Interessen und Anliegen.

Bestens präpariert starten wir in den zweiten Tag. Mittlerweile ist die Gruppe noch gewachsen. 30 Menschen lassen sich den Entwurf vorstellen, fragen nach und kommen in einer zweiten Runde schnell in die Diskussion. Wie Thomas im Abendmahlsaal: „Wie können wir den Weg kennen?“ (Joh 14,5), fragen sie nach dem Weg in die Zukunft, in die Zukunft der Kirche im Bistum und konkret in unserer Pfarrei Pax Christi.

Nur neun Pfarreien soll das Bistum in Zukunft haben. Muss das sein, geht es nicht anders? Was sind die Chancen, was die Risiken dieser Zusammenführung? Welche Gremien kann die neue Pfarrei haben und wie sieht das Zusammenwirken mit den Gemeinden aus. Wie werden diese Gemeinden gebildet? Welche Kriterien gibt es für die Gemeindebildung? Gehen wir wieder zurück in die alten Strukturen vor „Gemeindepastoral 2015“ oder wollen wir als Gemeinde Pax Christi in die neue Pfarrei eingehen.

Da wird diskutiert, ob die neue Pfarrei – das alte Dekanat Speyer – die richtige Größe, den richtigen Zuschnitt hat. Ist es wirklich sinnvoll, dass Frankenthal und Speyer einer Pfarrei angehören oder wäre es nicht sinnvoller das Dekanat in der Mitte zu teilen und zum Nord- und Südteil noch ein paar Anleihen beim Nachbardekanat Bad Dürkheim zu nehmen. Könnte nicht mit Böhl-Iggelheim und den jetzigen nördlichen Pfarreien des Dekanats eine bessere Ausgangsbasis für die zukünftige Pfarrei geschaffen werden?

Fragen über Fragen, die in fünf Arbeitsgruppen gesammelt werden, und die in den nächsten Wochen breit diskutiert werden sollen. Über die Frage des Zuschnitts der Pfarrei hinaus, sind es zwei Dinge, die die Versammlung ausgiebig diskutiert.

(1.) Die vorgesehene zukünftige Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen auf Augenhöhe, das große Vertrauen und Zutrauen, das in die Mitwirkung von Ehrenamtlichen gesetzt wird, wird als große Chance des Strukturpapiers angesehen. Auch wenn die Anforderungen an beide Personengruppen als sehr groß angesehen werden, sind alle davon überzeugt, dass dieser Weg gegangen werden soll.

(2.) Wie sehen Wahlen in den Gemeinden für Gemeindeteams aus? Wie die Wahlen zur Pfarrkonferenz und dem künftigen Verwaltungsrat? Wäre insbesondere beim Verwaltungsrat eine Entsendung von geeigneten Personen nicht der bessere Weg als eine Wahl auf Pfarreiebene, wo die einzelnen Personen nicht mehr so bekannt sind und man weniger an Fähigkeiten als an Bekanntheit orientiert wählen wird.

Nach Kleingruppenarbeit und Diskussion in der großen Runde, die vor allem noch die Frage nach dem Dom als Pfarr- und Gemeindekirche aufwirft, schließen wir den Tag mit einer Andacht. All unsere Überlegungen werden nur mit Gottes Hilfe gelingen. Bei der Verabschiedung am späten Nachmittag ist Aufbruchstimmung zu spüren. Ja, wir wollen den Weg mitgehen, der mit diesem Entwurf aufgezeigt wird. Es sind noch viele Leerstellen im Plan zu füllen, aber das lässt auch Raum für Mitwirkung und Mitgestaltung. Der Weg ist noch weit, aber wir haben jetzt eine Ahnung, wo es hingehen könnte. Wir sind gespannt auf die Diskussionen der kommenden Wochen und den voranschreitenden Prozess. Es gibt noch viel zu tun – packen wir es an.

Christiane Arendt-Stein

 

Den Entwurf der Strukturreform, der zur Diskussion stand, finden Sie auf den Internetseiten des Bistums: https://www.bistum-speyer.de/bistum/ein-segen-sollt-ihr-sein/