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Liebe Leserinnnen und Leser unseres Newsletters, liebe Mitglieder der Pfarrei Pax Christi,

am Sonntag ist es wieder soweit – wir entzünden die erste Kerze am Adventskranz. Die Vorbereitungen laufen. Dieses Jahr habe ich unseren Kranz rechtzeitig zum Binden abgegeben und die Gärtnerei hatte in weiser Voraussicht lila Kerzen besorgt. Und doch ist es dieses Jahr anders. Manche liebgewordene Tradition wird nicht umsetzbar sein – alles wegen Corona. Gerade auf Weihnachten hin stimmt mich das traurig. Besonders der Beginn des Advents am Vorabend mit der Vesper im Dom und music and prayer nach den Betstunden werden mir fehlen.

Es fordert heraus, neue Formate zu probieren. Und so kam die Idee, den Advent dieses Jahr mit dem Markusevangelium zu beginnen – es ganz zu hören, in meditativ-kontemplativer Weise. Das Evangelium, das im nächsten Lesejahr in den Gottesdiensten im Mittelpunkt steht.

In der Vorbereitung auf diesen Abend habe ich das Evangelium und viele dazu geschriebene Kommentare und Anmerkungen gelesen. Und ich muss zugeben, dass ich schon lange nicht mehr so intensiv einen Bibeltext, geschweige denn ein ganzes biblisches Buch bedacht habe. Es ist ein kurzes Buch, was einem beim Lesen entgegen kommt; in 1,5 Stunden kann man es durchlesen.

Das habe ich eigentlich nie geschafft. Immer wieder bin ich an verschiedenen Stellen hängen geblieben, die mich sehr berührt haben. Schon im ersten Kapitel bleibe ich hängen beim Wort Evangelium. Mir war nicht wirklich bewusst, dass das Markusevangelium das einzige ist, das sich selbst so nennt: Evangelium. Dieses Wort stammt aus dem Griechischen und bezeichnete eine „Freudenbotschaft“ oder „Siegesbotschaft“ des Kaiserhauses, z.B. die Geburt eines Nachfolgers, ein Sieg über ein anderes Volk und reiche Beute.

Warum nennt Markus seine Schrift so? Jesus bringt doch eine ganz andere Botschaft, er heilt und speist die Bedürftigen, sammelt das Volk und verkündet Gottes Nähe: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium (=an diese Siegesbotschaft)“ Markus entfaltet diese Botschaft in einer erzählenden Theologie. Beim Lesen habe ich gespürt, dass Markus sein Evangelium mit einer bestimmten Erzählabsicht gestaltet und viele literarische Tricks anwendet, um seine Leser in das Geschehen zu verwickeln.

Das Evangelium stellt seine Leserinnen und Leser zusammen mit der Jüngerschaft Jesu vor die Frage, wer Jesus für sie ist: „Wofür haltet ihr mich?“ (8,29)

Folgende Antworten sind im Markusevangelium wichtig:
- Jesus ist Gottes Sohn
- Der Weg des Messias Jesus führt ins Leiden
- Gott ist da, Gottes Kraft setzt sich durch
- Jesus geht voraus und lädt zur Nachfolge ein

Die Jünger und Jüngerinnen Jesu sind mir beim Lesen immer mehr ans Herz gewachsen. Immer wieder werden sie vor existentielle Fragen gestellt und ich spürte beim Lesen oft eine Überforderung. Trotzdem bleiben sie mit Jesus auf dem Weg.Die Männer und Frauen, die so in der Nachfolge wachsen, laden mich ein, trotz aller eigenen Unzulänglichkeiten immer neu Jesus vorangehen zu lassen und IHM zu folgen.

Und so lade ich Sie dieses Mal im Advent ein, Neuland zu betreten:

Ein neues Lesejahr:
Im Zentrum das Markusevangelium

Neue Akzente heraushören:
Sollbruchstelle in der Liturgie

Das älteste Evangelium:
Die Sehnsucht, nah dran zu sein.

Dem Geheimnis Jesu auf der Spur:
Literarisches Neuland betreten.

Eine faszinierende Reise des Glaubens:
Möglich in Zeiten von Corona.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen im Namen aller Gremien, zusammen mit unserem Pastoral-und Sekretariatsteam, eine gesegnete Adventszeit

Sigrid Sandmeier

 

Newsletter Pax Christi 28/2020

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