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Newsletter der Pfarrei Pax Christi diesen Freitag neu!

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Liebe Leserinnnen und Leser unseres Newsletters, liebe Mitglieder der Pfarrei Pax Christi,

Die „Stunde null“, so wird manchmal das Ende des 2. Weltkrieges genannt. Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, die am 8. Mai 1945 in Kraft trat, endete eine Schreckensherrschaft, die über 60 Millionen Menschen den Tod und noch viel mehr Menschen Trauer, Elend und Leid brachte. Der Begriff der „Stunde null“ legt nahe, dass nach dem Ende des einen etwas Neues, etwas gänzlich anderes beginnt.

Heute, nach 76 Jahren, müssen wir im Rückblick feststellen, dass sich Vieles zum Besseren gewandelt hat und in Deutschland seither kein Krieg geführt wurde. Doch dass Gewalt und Krieg zur Erreichung von Zielen und zum Erzwingen von Frieden geächtet sind, hat sich noch nicht durchgesetzt. Weder in Deutschland noch in der Welt.

Der Name unserer Pfarrei Pax Christi (der Friede Christi), den wir uns für unserer Pfarrei in Speyer gewählt haben, war kein Zufall. Der Friede Christi ist ein Zuspruch, den Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngerinnen und Jüngern mitgegeben hat. Schalom, das hebräische Wort für Frieden, ist zur Zeit Jesu und bis heute in Israel eine übliche Form der Begrüßung. Darüber hinaus aber wurde und wird diesem Friedenswort auch eine besondere Bedeutung gegeben. So z.B. in der Josephsgeschichte im Buch Genesis. Josef, der von seinen Brüdern verstoßen und nach Ägypten gekommen war, gibt sich ihnen Jahre später versöhnend zu erkennen mit den Worten: „Friede euch! Fürchtet euch nicht! Euer Gott und eures Vaters Gott..." (Gen 43,23). Hier wird der Friedenswunsch zum Programm, der alten Streit vergibt, neue Gemeinschaft stiftet und gemeinsamer Zukunft den Weg öffnet. So darf man auch den Friedensgruß des auferstandenen Jesus deuten, der z.B. im Johannesevangelium (Joh 20,19.21.26) gleich dreimal notiert ist. Der Gruß des Auferstandenen, der zunächst an seine Jüngerinnen und Jünger gerichtet ist, wird zum Programm, zum Auftrag, ja zu einer zentralen Verpflichtung aller, die Jesus nachfolgen.

Der Name unserer Pfarrei hat auch etwas mit der Friedenskirche St. Bernhard zu tun. Gebaut nach dem 2. Weltkrieg, als Zeichen der deutsch-französischen Verständigung, ist sie ein Denkmal für den Frieden. Sie drückt aus, dass einander vergeben, nicht heißt zu vergessen, was war, sondern sich zu erinnern, damit die schrecklichen Taten der Vergangenheit keine Wiederholung erfahren. Und selbstverständlich ist es auch kein Zufall, dass die Kapelle unter dem Altarraum von St. Bernhard den Namen Pax-Christi-Kapelle trägt. Hier werden in 7 Wandnischen, die die 7 Kontinente symbolisieren, Erde und Steine vor allem aus Schreckensorten unserer Welt aufbewahrt. Sie sollen mahnen, dass solches nie wieder geschehen soll. Seit der Errichtung der Kapelle wird deshalb jeden Mittwoch, Dank der Spiritaner Patres, eine Friedensmesse gefeiert.

Am 8. Mai kommt Bischof Kohlgraf nach Speyer. Den meisten ist er bekannt als Bischof von Mainz. Er ist aber auch Präsident der internationalen Friedensbewegung Pax Christi. Es ist ihm ein Anliegen im Gottesdienst mit uns all derer zu gedenken, die durch den 2. Weltkrieg Tod und Leid erfahren haben. Wir wollen an diesem Tag auch für alle Opfer von Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit beten und der Hoffnung Raum gaben, dass immer mehr Menschen in Frieden zusammenleben wollen.

In inhaltlichem Zusammenhang steht auch ein Überraschungsfund aus der Sakristei von St. Bernhard.

Schon 1956 wurde der Pax Christi Kapelle Erde von nordfranzösischen Schlachtfeldern aus beiden Weltkriegen gewidmet. Erst vor kurzem wurde die Kiste mit der Erde und ihre besondere Bedeutung wieder entdeckt. Markus Lamm wird in einem Vortrag die Hintergründe und Zusammenhänge erläutern. Dann wird Bischof Kohlgraf die Erde in einer eigens geschaffenen Stele im Vorraum der Pax Christi Kapelle beisetzen.

Wenn Sie sich über den YouTube-Chanel der Pfarrei https://www.youtube.com/channel/UCr_3d_ZgdgmwgWz33U4RH1Q zum Vortrag und dem Gottesdienst einklinken, werden Sie auch über 1000 Kraniche sehen. Während unserer Friedenswache am 8./9. August 2020 vor dem Speyrer Dom, haben wir mit dieser Aktion, die an die Oper von Hiroshima und Nagasaki erinnert, begonnen. Es ist ein weiteres Friedens- und Hoffnungszeichen, dass sich genug Menschen gefunden haben, diese große Zahl von Kranichen zu falten.

Doch unsere Friedenskirche mit all ihren Zeichen wäre ein stummes Symbol, wenn Sie nicht durch Menschen mit Leben gefüllt wird. Menschen, die sich erinnern - Menschen, die beten - Menschen, die hoffen und handeln. „Der Friede sei mit euch“. Dieser Zuruf des Auferstandenen Christus, der uns in jeder Eucharistiefeier zugesprochen wird, wird auch am Samstag in St. Bernhard erklingen und uns hineinnehmen in das Gedenken um den 8. Mai und die Hoffnung auf eine friedlichere Welt.

Paul Nowicki

Noch eine Bitte:
Die Errichtung der Stele im Vorraum der Pax Christi Kapelle - an der Wand, an der an die Gründung der Pax Christi Friedensbewegung erinnert wird und in die ein Stein aus der Lourdes-Grotte eingelassen ist - wird von unserer Pfarrei und der Friedensbewegung zu gleichen Teilen getragen. Doch wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Aktion mit Ihrer Spende unterstützen. Bitte überweisen Sie Ihren Beitrag auf folgendes Konto der Dompfarrei Pax Christi ­­­­­­­­­­­­­­­bei der LIGA Bank:

Kirchengemeinde Pax Christi

IBAN: DE83 7509 0300 0000 0654 63

und versehen Sie Ihre Überweisung mit dem Hinweis „8. Mai 2021“.

Herzlichen Dank!

 

Newsletter Pax Christi 17/2021

 

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