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Newsletter der Pfarrei Pax Christi diesen Freitag neu!

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Liebe Leserinnnen und Leser unseres Newsletters, liebe Mitglieder der Pfarrei Pax Christi,

was mir im Urlaub am meisten Erholung verschafft, ist die Möglichkeit, Zeit zu haben ohne Druck und Erwartung. Mir wurde auf Rügen eine Bäckerei empfohlen, die ich in den folgenden Tagen aufsuchte. Ich staunte nicht schlecht, als ich eine Ansammlung von Menschen vor dem Geschäft vorfand. Alle waren vorbildlich hintereinander gereiht und hielten den gebührenden Abstand. Zunächst überlegte ich kurz, ob ich nicht doch zum Supermarkt fahren sollte. Doch ich hatte die Zeit und gönnte sie mir. Schritt für Schritt ging es voran, bis ich schließlich an die Reihe kam und meine Bestellung kundtun konnte.

Die Zeit des Wartens war im Nachhinein recht unterhaltsam. Einerseits hatte ich größere Aufmerksamkeit für die Menschen um mich herum und andererseits hatte ich die Gelegenheit, das reichhaltige Angebot zu sichten. Die Vorfreude auf ein gutes Brot erhellte meine gute Laune zusätzlich. Im Alltag kennen wir die Schlangen vor den Geschäften, schließlich bleibt die Zahl der zugelassenen Kunden bis auf weiteres beschränkt. Doch statt geduldig zu warten, gibt es manchmal ein Gerangel. Einmal erlebte ich ein solches Vorgedränge, als ich an einem Wallfahrtsort zum Beichten anstand. Bei solchem Warten ergibt sich die Gelegenheit, tiefer über sein eigenes Leben nachzudenken, zum Beispiel ob mein Bekenntnis das nur Formelhafte überwindet und mein Leben wirklich trifft und verändern kann. Bei einem solchem Warten kann sich auch der Glaube an unseren barmherzigen Vater im Himmel vertiefen. Als ich nun solchen Gedanken nachhing, drängte sich eine andere bußfertige Person vor, fast hatte ich den Eindruck, als gäbe sie mir einen gezielten, sanften Schubs und betrat den Beichtstuhl vor mir. Erst wollte ich mich empören, dann fragte ich mich schmunzelnd, ob die Person als erstes beichten würde: Ich habe mich bei der Umkehr vorgedrängelt.

Im Evangelium vom Sonntag sind die restlichen zehn Jünger weniger humorvoll; sie empört, dass sich Jakobus und Johannes vorgedrängt haben und bei Jesus um die besten Plätze neben ihm baten. Ihr Ärger spiegelt nur ihren eigenen Ehrgeiz: alle wollen den besten Platz! Jesus ruft die Jünger zu sich, er sagt: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein!“ Doch Jesus sagt es nicht nur, er lebt es vor, eine Einladung, sich in gegenseitiger Achtung und im Dienen zu übertreffen.

Ich hoffe, dass wir uns von diesem Geist in unserer Pfarrei begeistern lassen. Dann ist mir nicht bange, unsere Freude wird groß sein.

Ich wünsche allen, auch im Namen unserer Gremien und des Pastoral- und Sekretariatsteams, Mut zu dienen,

Ihr Dompfarrer Matthias Bender

 

Newsletter Pax Christi 35/2021

 

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