Allerheiligen
Je nach Sichtweise stehen an diesem Wochenende das Verkleiden für Halloween, der Kirchgang am Reformationstag oder das Aufsuchen der Gräber auf dem Friedhof im Fokus. Hinzu kommt ein Aufruf der Jugend zu gewaltfreiem Protest für bessere Bildung, Klimaschutz und gegen die Wehrpflicht.
Trotz aller Unterschiedlichkeit gibt es dabei einen Zusammenhang. Es geht um gutes Leben, sei es der Spaß der Kinder, das Ringen um eine gute Form des Glaubens (nicht nur zu Zeiten Martin Luthers), das Beten für die Verstobenen um Leben bei Gott oder um eine lebbare Zukunft für alle Menschen, bei uns und weltweit.
Es wäre schön, wenn es für alle Probleme, die gutes Leben be- oder verhindern, einfache Lösungen gäbe. Es gibt aber kein Allheilmittel, jedenfalls nicht so, wie manche Politiker und Parteien es Menschen einreden wollen.
Oder? Beim letzten Friedensgebet verkehrte ich Sätze von Victor Klemperer, 1947 veröffentlicht in seinem Buch Lingua Tertii imperii, Die Sprache des Dritten Reichs, über die Wirkmacht einzelner (kleiner) Worte, ins Positive: „Worte und kleine Taten können wie winzige Gaben von Heilmittel sein. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu haben und nach einiger Zeit ist die Heilwirkung doch da.“
So gesehen feiern wir am Sonntag ein Fest der Hoffnung und des Lichtes, des Lobes und Dankes: In Lebensgeschichten großer oder kleiner, unbenannter Heiliger können wir sehen, wie die Liebe in kleinen Dosen ihre Wirkung entfaltet, als Heilkraft für die verletzte Schöpfung, mit all den Menschen, Pflanzen und Tieren – früher und heute.
Zusammen mit dem ganzen Pastoral- und Sekretärinnenteam wünsche ich eine frohe, hoffnungsvolle und inspirierende Feier von Allerheiligen.
Ihr Gemeindereferent Bernhard Werner