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Umstellung

Foto: Pixabay

Am letzten Wochenende im Oktober wurde die Zeit umgestellt. Zunächst bedeutete dies eine Stunde längeren Schlaf. Am folgenden Abend schon mussten wir umdenken, 22 Uhr zum Beispiel war eigentlich schon 23 Uhr. Es war geraten, früher als gewöhnlich ins Bett zu gehen, denn die Müdigkeit schlich sich spürbar ein. Die scheinbar geringfügige Umstellung von einer Stunde greift tiefer in unser Leben ein, als wir unmittelbar glauben wollen. Kein Wunder, dass sich sehr schnell Unwille, Unbehagen und Widerstand melden.

Ich persönlich friere zum Beispiel eine gewisse Zeit jedes Jahr, bis ich innerlich bereit bin, von Sommer- auf Herbstkleidung umzusteigen. Jedes Gespräch kann überraschende und ungeahnte Wendungen nehmen. Umstellungen gehören wesentlich zu unserem Leben. Zwei Grundhaltungen erscheinen mir hilfreich: Annehmen, was ist, und Wahrnehmen, was jetzt notwendig ist. Beide Haltungen öffnen uns für sinnvolle Veränderungen und wollen von Stunde zu Stunde eingeübt werden. Wenn wir das beherzigen, können wir uns in jeder Lage umstellen und uns neu (von neuem) ausrichten. Dazu braucht es Wachheit und das ehrliche Bewusstsein, dass sich das Leben nicht nach unseren „Plänen und Vorlieben“ richtet, wohl aber nach den Heilsplänen Gottes.

Unser Glaube hat eine feste Zuversicht: was immer auch geschieht, es geschieht zu unserem Besten. Der Apostel Paulus bestärkt seine Mitchristen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.“

Ich wünsche allen, auch im Namen unserer Gremien und des Pastoral- und Sekretariatsteams, den Glauben als Licht in den Novembertagen,

Ihr Dompfarrer Matthias Bender